Prophylaxe2019-04-24T11:17:24+00:00

Prophylaxe

Was bedeutet Prophylaxe?

„Prophylaxe“ leitet sich vom griechischen Wort prophylasso  – „von vornherein ausschließen“ – ab. Es handelt sich dabei also um vorbeugende Maßnahmen, welche die Entstehung oder Verschlimmerung von Erkrankungen wie Parodontitis, Zahnfleischentzündungen und Karies verhindern sollen.

An erster Stelle ist hier die im Allgemeinen bekannte Vorsorgeuntersuchung zu nennen, welche in erster Linie der Erkennung von Erkrankungen des Zahnes und des Zahnhalteapparats dient. Diese sollte in der Regel halbjährlich durchgeführt werden und wird grundsätzlich vom Zahnarzt vorgenommen. Neben einer Erkrankung selbst kann der Zahnarzt auch des Risiko für die Entstehung von Erkrankungen anhand bestimmter Tests bzw. Vorstufen ableiten und darauf basierend einen Prophylaxeplan erstellen, der sich individuell an der Mundsituation und den Wünschen des Patienten orientiert. Hierdurch soll schon im Vorfeld die Entstehung der oben genannten Erkrankungen verhindert werden.

Denn auf lange Sicht ist die Vorbeugung meist günstiger als die Therapie.

Die Professionelle Zahnreinigung dient also als sinnvolle Ergänzung zur regulären Vorsorgeuntersuchung oder aber auch als begleitende Therapiemaßnahme bei einer bereits bestehenden Erkrankung, um deren Verlauf zu verlangsamen und die Symptome zu reduzieren. Ihre Durchführung erfolgt durch speziell geschultes zahnärztliches Personal und wird je nach Notwendigkeit jährlich bis halbjährlich durchgeführt.

Wie bekommt man eine Zahnfleischentzündung?

Den medizinischen Fachbegriff für die Zahnfleischentzündung stellt die sogenannte „Gingivitis“ dar. Am häufigsten erkennt man sie bei sich selbst am gemeinhin bekannten „Zahnfleischbluten“. Zur Blutung kommt es, wenn weichbleibende oder harte Beläge das Zahnfleisch längerfrisitig reizen. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion, welche immer eine Mehrdurchblutung am Ort der Entzündung mit sich bringt. Das Zahnfleisch schwillt daher an und ist nun leichter verletzlich, folglich: es blutet schneller.

Auslöser für die verstärkte Belagbildung ist in der Regel eine unzureichende Hygienesituation entweder generell oder nur an bestimmten Stellen der Zähne, welche aber nicht immer automatisch auf schlechteres Putzverhalten zurückzuführen sind. Häufig sind lokale Faktoren verantwortlich, welche es einem unmöglich machen, bestimmte Stellen im Mund ausreichend zu reinigen. Als Beispiele sind eine verschachtelte Zahnstellung, komplexer Zahnersatz oder eine bereits vorhandene Parodontose zu nennen.

Wie hilft die Professionelle Zahnreinigung bei Zahnfleischentzündung?

Grundvoraussetzung zur Ausheilung von Zahnfleischentzündungen ist die Entfernung der verantwortlichen Beläge und die Einleitung von Maßnahmen, um den gereinigten Zustand möglichst lange aufrecht zu erhalten.

Bei der Zahnreinigung wird jeder Zahn einzeln von sämtlichen Belägen oberhalb des Zahnfleischrandes befreit, sowohl manuell wie auch mit Ultraschall. Zusätzlich angewandte Medikamente oder Pasten, die einwirken oder mit denen anschließend eine Politur erfolgt, sollen eine frühzeitige Wiederanhaftung von Belägen verzögern. Eventuell überstehende Füllungsränder werden poliert, um „Schmutznischen“ auszuschalten.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch dem Patienten die Reinigung schwer zugänlicher Stellen im Mund zu erklären und ihm geeignete Hilfsmittel, wie z. B. Interdentalbürstchen oder Zahnseide, zu empfehlen.

Was bedeutet Parodontitis?

Parodontitis – im Volksmund auch ‚Parodontose‘ – genannt, bezeichnet im Allgemeinen den fortschreitenden Verlust von Knochen, welcher die Zahnwurzel umgibt. Der Zahn ist im Knochenfach beweglich über Fasern aufgehängt (im Gegensatz zu Implantaten!). Das dem Zahn eng anliegende Zahnfleisch bildet nach oben hin eine natürliche Barriere zu diesem sogenannten Zahnhalteapparat (Zahn – Fasern – Knochen). Die Vorstufe zur Parodontitis ist die Zahnfleischentzündung (siehe „Zahnfleischentzündung“).

Im Anschluss an eine Zahnfleischentzündung kann es zum Fortschreiten der Entzündung in die Tiefe kommen, welche  sich im Abbau des umgebenden Knochens im Entzündungsbereich äußert. Es entsteht eine sogenannte „Zahnfleischtasche“. Da nun Beläge gefüllt mit Bakterien beginnen sich an der Zahnwurzel entlang in die Tiefe der Tasche vorzuschieben ist eine Reinigung mithilfe von Zahnbürste und Co. dem Patienten in der Regel nicht mehr möglich. Wird in dieser Phase nicht gegengesteuert – eben durch eine Parodontitisbehandlung – geht der Knochenabbau schubweise weiter und führt bei Nichtbehandlung erst zu Lockerungen und letztendlich zum Zahnverlust.

Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Grundprinzip bei jeder Parodontitisbehandlung ist die Beseitigung der verursachenden bakteriellen Beläge – oberhalb sowie unterhalb des Zahnfleischs. Ziel ist die sogenannte „Full-Mouth-Desinfection“ (Hygienephase). Das bedeutet, dass man durch die Reinigungsmaßnahmen versucht, die Zahl der verursachenden Bakterien soweit zu reduzieren, dass der bereits eingetretene Knochenverlust dauerhaft stabil gehalten wird. Der Versuch den verlorengegangenen Knochen wiederherzustellen, ist nur wenigen Einzelfällen vorbehalten und gestaltet sich in der Regel schwierig.

Was hat die Professionelle Zahnreinigung mit Parodontitis zu tun?

Ausgangspunkt der Hygienephase sollte zu allererst eine Professionelle Zahnreinigung sein, da hierbei durch die beginnende Reinigung oberhalb des Zahnfleisches die Entzündungszeichen bereits reduziert werden. Dadurch erreicht man eine günstigere Ausgangssituation für die Folgebehandlung, welche unterhalb des Zahnfleischrandes unter Anwendung einer Lokalanästhesie erfolgt.

Wie entsteht eine Karies?

Der Begriff „Karies“ leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet „(Zahn-) Fäulnis“.

Karies entsteht durch das Aufeinandertreffen von fünf Faktoren:

  • kariogene Bakterien
  • Kohlenhydrate
  • Beläge
  • Zähne
  • Zeit

Die Bakterien produzieren bei Vorhandensein von Kohlenhydraten Säuren, welche den pH-Wert absenken und so das im Zahn enthaltene Kalzium herauslösen. Diese Demineralisierung führt zur zunehmenden Zerstörung der Zahnhartsubstanz.

Sobald die Karies im Dentin angelangt ist, gehen die eigentlichen Fäulnisprozesse los. Dieser Teil des Zahnes besteht vorwiegend aus organischen Stoffen, welche von den Bakterien zersetzt werden. Das Dentin ist weicher, sodass hier eine Ausbreitung schneller vorangeht als im Zahnschmelz. Zuletzt ist der Zahn im Inneren so stark aufgeweicht, dass die Außenhülle zusammenbricht.

Was bedeutet die PZR für die Kariesprophylaxe?

Durch die gründliche Entfernung der Beläge oberhalb des Zahnfleischs mittels Handinstrumenten, Ultraschall und Zahnseide wird einer Kariesentstehung vorgebeugt. Um diesen gereinigten Zustand zu unterstützen finden im Anschluss fluoridhaltige Lacke oder Gels Anwendung, die den Zahnschmelz zusätzlich härten und damit schützen sollen.

Welche Ursachen können Mundtrockenheit hervorrufen?

Mundtrockenheit, auch Xerostomie genannt, kann verschiedene Ursachen haben:

  • Zustand nach Strahlentherapie
  • Medikamente wie z.B. Psychopharmaka
  • Sjögren Syndrom

Das Hauptproblem stellen in diesem Zusammenhang die deutlich erhöhte Kariesanfälligkeit aufgrund der fehlenden remineralisiernden Wirkung des Speichels dar. Auch kommt es häufig zu einem unangenehmen Trockenheitsgefühl – was sich durch erschwertes Schlucken sowie Brennen auf der Schleimhaut äußert. Diese ist dann wesentlich empfindlicher für äußere Reize.

Wodurch kann der Speichelfluss wieder angeregt werden?

  • viel Trinken (mind. 2 Liter täglich)
  • Zitronenbonbons, -limonade (zuckerfrei am besten)
  • evtl. Speichelersatzprodukte

Was sollte aus zahnärztlicher Sicht beachtet werden?

  • regelmäßige, engmaschige Kontrollen
  • regelmäßige Zahnreinigung zur Vorbeugung
  • evtl. „Strahlenschiene“
  • evtl. Überkronung stark geschädigter Zähne

Wird durch die PZR Mundgeruch bekämpft?

Ja. Denn wir erreichen durch die professionelle Plaqueentfernung auch eine Bakterienreduktion, insbesondere in Schmutznischen – z. B. Zahnzwischenräumen, Brückenzwischengliedern, usw. – der Mundhöhle. Denn der Mundgeruch entsteht dadurch, dass Bakterien der Mundflora Eiweiß, also z. B. Fleischreste, die in den Zwischenräumen verbleiben, zersetzen. Wir wissen ja nun, dass im Verlauf der PZR Zahnbeläge, also auch Eiweißreste, beseitigt werden. Somit trägt eine PZR zu einem frischen Atem bei.

Welche Probleme können bei einer Schwangerschaft auftreten?

In der Schwangerschaft kommt es oftmals zur sogenannten „Schwangerschaftsgingivitis“ (Zahnfleischentzündung). Die Ursache hierfür sind mit der Schwangerschaft verbundenen Vorgänge bei der Hormonumstellung. Es kann dadurch leichter zu entzündlichen Reaktionen kommen. Wissenschafltiche Studien konnten belegen, dass die Gefahr von Frühgeburten hierdurch begünstigt werden kann.

Außerdem ist die Therapie bestimmter Zahnerkrankungen wie z. B. Karies während einer Schwangerschaft evtl. nur eingeschränkt möglich (Einschränkungen beim Röntgen, Lokalanäshtesie, Antibiotika).

Zu welchem Zeitpunkt sollte eine PZR durchgeführt werden?

Gerade deshalb nehmen die Vorsorgeuntersuchung und die Prophylaxe einen ganz besonderen Stellenwert zu diesem besonderen Zeitpunkt ein. Am besten wird eine Profesionelle Zahnreinigung im 2. Trimenon vorgenommen (4.-7. Monat), da hier die Gefahr einer Frühgeburt am geringsten ist.

Welche Probleme können bei Kronen und Brücken auftreten?

Komplexer Zahnersatz wie größere Brücken oder Kronenversorgungen können je nach Ausgangssituation unterschiedliche Probleme bei der Reinigung aufwerfen. Generell sollte Zahnersatz so gestaltet sein, dass eine optimale Reinigung möglich ist. Manchmal kann aber z. B. die Tiefe des Kronenrandes unter dem Zahnfleisch oder die Defektsituation unter Brückengliedern einen Kompromiss aus Ästhetik und Hygienefähigkeit darstellen. Die hieraus resultierende zusätzliche  Belagbildung kann dann ein Risiko für den langfristigen Erhalt der Versorgung darstellen. Die Enstehung von Karies am Kronenrand oder die Bildung einer lokalen Zahnfleischtasche sind die Folge.

Welche Abhilfe kann die Zahnreinigung schaffen?

Zum einen werden schwer zugängliche Bereiche mit Handinstrumenten und Ultraschall von den Belägen befreit, zum anderen wird einem die Anwendung neuer Putztechniken mittels Interdentalbürsten und Zahnseide beigebracht. All dies mit dem Ziel, möglichst lange Freude am neuen Zahnersatz zu haben.

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